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Erfahrungsbericht: Duales Studium Business Adminsitration

Bezeichnung: Duales Studium Business Adminsitration (Abschluss: Bachelor of Arts) neben der Ausbildung zur Industriekauffrau
Modell: ausbildungsintegrierend

Dieses Ausbildungsangebot in der Datenbank von AusbildungPlus

Ausbildungsinstitution: FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH Hochschulstudienzentrum Essen
Ausbildungsbetrieb:  MAN Diesel & Turbo SE in Oberhausen

 
 
 
 

Autorin: Britta Klein

Erstmal Abi…und dann?

Studieren und nebenbei Jobben, um wenigstens etwas Geld zu haben? Nein, dann doch lieber erstmal eine gute Ausbildung, studieren kann man ja immer noch. Oder doch beides gleichzeitig? Nein, das wäre wohl zu stressig. Also doch eine Ausbildung. Aber welche Ausbildung ist gut, wo verdient man gutes Geld, hat Aufstiegschancen und ist trotzdem noch flexibel im beruflichen Werdegang?

Eine Ausbildung zur Industriekauffrau sollte es sein. Da kann man sich nach der Ausbildung immer noch aussuchen, ob es in den Vertrieb, Einkauf oder ins Marketing gehen soll. Aber wo? Ein kleineres Unternehmen? Eins „um die Ecke“? Nein, es soll schon ein größerer Betrieb sein! So bin ich dann bei der MAN Turbo AG (heute MAN Diesel & Turbo SE) in Oberhausen gelandet.

Mein gutes Gefühl beim Vorstellungsgespräch wurde in den ersten Tagen der Ausbildung weiter verstärkt. Ich habe gemerkt, dass meine Wahl gut war. Wir haben eine Kennenlernwoche mit allen Azubis des ersten Lehrjahres gemacht und - zurück im Unternehmen - wurden uns u.a. die MAN-Historie und die Produkte vorgestellt. Im Verlauf der Ausbildung wurden wir immer unterstützt (u.a. durch einen Prüfungsvorbereitungskurs).

Da einige jüngere Kolleginnen schon nebenbei studierten, kam immer wieder die Frage „Studierst du auch noch?“ oder „Machst du noch was nach der Ausbildung?“. So machte ich mir Gedanken darüber, ob Ausbildung und Studium nicht doch gleichzeitig zu schaffen sind.

Ich kam zu dem Entschluss:
Was andere schaffen, schaffe ich bestimmt auch!

Glücklicherweise entschloss sich genau zu dieser Zeit mein Unternehmen dazu, einen großen Teil der Kosten für ein Studium zu übernehmen. Daran waren natürlich besondere Voraussetzungen geknüpft, welche ich zum Glück alle erfüllte. So begann ich im März 2007 in meinem zweiten Ausbildungsjahr das Studium zum "Bachelor of Arts – Business Administration".

Da der schulische Teil meiner Ausbildung in Blöcken stattfand, hatte ich Anfang März schon meine Zwischenprüfung und dann erstmal keine Schule, so dass ich mich auf den Beginn des Studiums konzentrieren konnte. Die erste größere Herausforderung war dann die Englisch-Prüfung, die wir vor der IHK abzulegen hatten. Sie fiel fast gleichzeitig mit meinen ersten Klausuren in der Uni. Doch diese Herausforderung habe ich gemeistert.

Anstrengender wurde es, als zu den abendlichen "dreimal in der Woche Uni" jede Woche auch noch ein Mal der Prüfungsvorbereitungskurs hinzukam, für den man zusätzlich auch noch Hausaufgaben zu erledigen hatte. Doch ich denke, gerade dieser Kurs hat mir dann geholfen, die schriftliche Abschlussprüfung erfolgreich abzulegen. Natürlich war ich in dieser Zeit auch sehr dankbar für die Zeit, in der wir während der Arbeitszeit anhand alter Abschlussprüfungen üben durften.

Die schriftliche Abschlussprüfung habe ich also trotz Uni-Stress hinter mich gebracht. Nun musste ich „nur noch“ meinen Report für die mündliche Prüfung schreiben.
Meine Abschlussabteilung stand schon fest, es war die Abteilung Sales & Contracts im Bereich After Sales Service (in unserem Unternehmen "PrimeServ"). Hier sollte ich beim monatlichen Reporting mithelfen. So war auch schnell klar, wie mein Thema lauten sollte: „Aufbereitung der wichtigsten Geschäftszahlen (Auftragseingang und Umsatz) im Rahmen des Vertriebsreportings für Service-Aufträge“.

So weit, so gut. Das Thema hatte ich also.

Doch was ich genau dazu schreiben wollte, wusste ich noch nicht.

Ich hatte Glück, denn mein Kollege erläuterte mir jeden Tag ein bisschen mehr "vom großen Unbekannten". So bekam ich einen immer besseren Einblick in den Bereich und konnte mit meinem Report anfangen. Im Gegensatz zu manchen Auszubildenden, die es nicht schaffen, ihren Report während der Arbeit zu schreiben, gab mir mein Kollege immer wieder genug Zeit, um das Gehörte zu verschriftlichen. Schließlich stand mein Report: So wollte ich ihn abgeben! An der Powerpoint-Präsentation feilte ich noch einige Zeit herum, doch dann war auch sie fertig.

Um meine abendlichen Aktivitäten nicht aus den Augen zu verlieren, soll hier noch einmal erwähnt sein, dass ich zuverlässig drei Mal in der Woche von 18:00 Uhr bis 21:15 Uhr den Dozenten in der Uni zuhörte. Der Januar kam immer näher und somit das Ende meines zweiten Semesters, was bedeutete, dass wieder eine Klausurphase anstand.

Außerdem kam auch bald der Termin für die mündliche Prüfung. Für mich war es eine große Unterstützung, dass ich meine Präsentation bei der Arbeit so oft üben durfte, wie ich wollte. Ich habe mir Leute eingeladen, einen Raum gebucht und meine Präsentation mehrmals vor Publikum geübt. Dadurch wurde ich immer sicherer, so dass am Tag der Prüfung nichts mehr schief ging.

Da im zweiten Semester u.a. Buchführung und Kostenleistungsrechnung auf dem Plan stand und ich genau das schon für die Abschlussprüfung der Ausbildung geübt hatte, ging in diesem Fach alles glatt. Auch im Bereich Mathe brauchte ich mir keine Sorgen machen, da mir das Fach sehr liegt und unser Dozent uns gut vorbereitet hatte.

Anfang Februar hatte ich dann endlich alles geschafft! Die Ausbildung hatte ich insgesamt mit einem „sehr gut“ abgeschlossen und in der Uni hatte ich nun zwei Wochen Semesterferien. Seit Februar arbeite ich in der Abteilung, in der ich meinen Report geschrieben habe und gehe weiterhin abends zur Uni. Durch den unbefristeten Arbeitsvertrag, den ich nach der Ausbildung erhalten habe, muss ich mir keine Sorgen um einen Arbeitsplatz machen.

Im nächsten Semester – es ist auch schon das Vierte – habe ich Fächer wie Controlling und Statistik, die ich dann in meiner Stelle im Vertriebscontrolling sehr gut nutzen kann. Ich hoffe, dass ich weiterhin im Vertriebscontrolling arbeiten kann, um mich im fünften Semester mit Hilfe der Fächerwahl auf das Controlling spezialisieren zu können.

Alles in allem haben mich mein Ausbildungsbetrieb insbesondere meine Ausbilder und mein Kollege in meiner Übernahmeabteilung sehr gut unterstützt. So konnte ich bei der Arbeit für die Ausbildung alles lernen, was für die Prüfung wichtig war. Außerdem gab es keine Probleme, wenn ich mir frei nehmen wollte, um für eine Klausur in der Uni zu lernen oder, um an dem Tag der Klausur fit zu sein.

Ich denke, um die 3 ½ Jahre Studium parallel zur Ausbildung und zum Beruf erfolgreich zu überstehen, braucht man berufliche sowie private Unterstützung.

An dieser Stelle möchte ich daher allen danken, die mich in dieser Zeit unterstützen!

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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