Ausbildungsinstitution: FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH Hochschulstudienzentrum Marl
Ausbildungsbetrieb: Infracor GmbH in Marl
Autorin: Annika Jung
Ein Studium alleine war für mich völlig unattraktiv, da ich auch schon während der Oberstufe nebenbei gearbeitet und mir etwas dazuverdient hatte.
Mit den Informationen, die die FOM-Fachhochschule für Ökonomie und Management bietet, konnte man schon viele Ausbildungsbetriebe finden, die ein duales Studium anbieten. Diese konnte man dann gezielt anschreiben und sich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Am 01. September 2007 begann ich dann meine Ausbildung bei der Infracor GmbH in Marl und das Studium bei der FOM in Marl, um meinen Bachelor in International Management zu machen.
Was man voller Eifer und Spannung begann, wurde natürlich schnell anstrengend, vor allem, wenn man freitagabends und samstagmorgens die „Schulbank drückt“, während andere Partys feiern und ausschlafen können. Oft war die Konzentration auch nicht auf dem höchsten Stand, wenn man bereits acht Stunden auf der Arbeit hinter sich hatte.
Es wurde versucht, langweiligen Monologunterricht abzuschaffen und die Studenten zum Beispiel in Fallstudien aktiv zu fordern oder sie durch Teilnahme an einem wirtschaftsorientierten Planspiel zu begeistern.
Innerhalb der Ausbildung machte ich noch zwei Zusatzqualifikationen der Industrie- und Handelskammer.Zum einen erlernten wir medienspezifische Kenntnisse durch die wir eine eigene Homepage erstellen konnten und zum anderen erhielten wir die Zusatzqualifikation „Europa mit Fremdsprache“, durch welche wir nicht nur unsere Englischkenntnisse, sondern auch unser Allgemeinwissen erweiterten. Das Lernprogramm war somit straff und es verging kaum eine Woche, in der man nicht schon wieder für etwas lernen musste oder einem schon eine Prüfung "im Kopf rumschwirrte". Zudem schrieb man dann noch Klausuren in der Berufsschule, im betrieblichen Unterricht, Scientific Abstracts und Seminararbeiten im Studium.
„Das ist bestimmt stressig“, hörte ich oft, wenn es darum ging, dass ich ein duales Studium mache. Ja, das ist es auch zeitweise, aber der Stress lohnt sich. Ich habe in den letzten drei Jahren unheimlich viel gelernt. Über das fachliche Wissen hinaus lernt man ebenfalls, Prioritäten zu setzen, seine Zeit zu managen und im Team zu arbeiten.
Denn diese lehren meist nur nebenberuflich an der FOM und haben dann gegenüber Vollzeit-Dozenten den Vorteil, dass sie kontinuierlich Praxiserfahrungen sammeln.
Durch die Kombination von Ausbildung und Studium hat man einen viel höheren Lerneffekt, weil sich bestimmte Lerninhalte wiederholen. Dadurch kann man sein Wissen überprüfen und merkt sich Lerninhalte irgendwann schneller. Der eigene Aufwand wird dadurch dann auch geringer.
Auch die sozialen Aspekte sollte man berücksichtigen: Man knüpft neue Kontakte zu Gleichaltrigen, aber auch zu Älteren, oder kann Geschäftsbeziehungen aufbauen.
Die im Studium erworbenen Kenntnisse begegneten einem im täglichen Arbeitsleben, egal ob "Meldebestand", "Angebotsvergleich" oder "optimale Bestellmenge". Die Zusammenhänge können besser und schneller verstanden werden und durch die Kombination von Theorie und Praxis werden diese auch in den Gesamtzusammenhang eingebettet.
Erst einmal lege ich den Schwerpunkt darauf, mich in meine jetzige Stelle und das Arbeitsumfeld einzuarbeiten. Aber es ist bekannt, dass ein Studium oft die Voraussetzung dafür ist, befördert zu werden und beruflich weiter zu kommen. Ich kenne Leute, die schon eine höhere Stelle in Aussicht haben und diese auch besetzen können, sobald sie das Studium beendet haben.
Insgesamt würde ich jedem, der die Voraussetzungen dazu erfüllt, zu einem dualen Studium raten. Ich selbst habe auch die Angst gehabt, dass das eventuell alles zu schwierig oder zu stressig wird, aber die Abbrecherquote bei der FOM ist gering und man bekommt immer die nötige Unterstützung. Falls man im Berufsleben sehr ausgelastet ist, hat man auch die Freiheit, Klausuren etwas später zu schreiben.